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 Die Grenzbuche, ein friedliches Symbol im Zinnwalder Grenzgebiet


Grenzbuche in Zinnwald um 1930 Buche mit Grenzzaun um 1950

         Die Grenzbuche in Mitten Zinnwalds um 1930

Die alte Buche am Grenzzaun, schon verdorrt

Die alte Grenzbuche Zinnwalds, eine Rotbuche, wurde wahrscheinlich um 1537 gepflanzt. Sie hatte für die Bewohner eine große Bedeutung. Man sah sie als verbindendes Element im Erzgebirgsraum auch über die Landesgrenzen von Böhmen und Sachsen hinaus. Die Zinnwalder hatten sie direkt in die ehemalige Dorfmitte gegenüber dem alten Markt gesetzt. Sie gedieh prächtig bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals hatte sie einen gewaltigen Stamm von 2 Metern Durchmesser und ihr Umfang betrug 6 Meter. Allerdings um 1950 fing die  alte Grenzbuche schon an zu kränkeln und zu verdorren. Daneben war ein Grenzzaun errichtet worden. Bei der Erweiterung das Grenzüberganges Cinovec etwa um 1970 stand die uralte Buche im Wege und wurde beseitigt. Das gleiche Schicksal ereilte mehrere grenznahe Häuser.

Neue Buche Frühling 2010

Informationstafel
Buche im rauen Frühling 2010

Viel gute Informationen zur Buche

Die Zeiten wandelten sich, kommunistische Regime auf beiden Seiten der Grenze hatten ausgedient. Das war der Nährboden für freundschaftliche Begegnungen an den Grenzen zwischen Tschechien und Deutschland. Europa wuchs zusammen, im Dezember 2007 hatte Tschechien  wieder eine offene Grenze. Eine Grenzbuche anstelle ihrer uralten Vorgängerin sollte wieder wachsen. Dieses Ziel verfolgte mit viel Energie der Erzgebirgs- Zweigverein Zinnwald-Georgenfeld mit seinem Obmann Alexander Lohse. Sponsoren und Förderer wurden gefunden (u.a. der Erzgebirgs-Zweigverein Dresden, Hotel Lugsteinhof und viele andere). Nicht unerwähnt sei die volle unbürokratische Unterstützung seitens des Ortschaftsrates Zinnwald-Georgenfeld. Gepflanzt wurde die noch pflegebedürftige, neue, kleine Buche am 18. August 2007.  Sogar geweiht wurde sie. Die Zeremonie vollzog Pater Benno vom Römisch-Katholischen Dekanalamt in Teplice. Nun steht sie da, sorgfältig eingezäunt und begleitet von einer Informationstafel, die zweisprachig kaum Fragen offen lässt. Die "Neue" wurde allerdings um 2 Meter in Richtung deutsche Seite gesetzt, weil sich zwischen den Grenzsteinen nichts befinden darf. Bei schönem Wetter sieht man hier linkerhand auch die Marienkirche in Hinterzinnwald, wohin ganz in der Nähe auch ein Hinfahrmöglichkeit besteht. Übrigens, an der Buche entlang führt der wieder erstandene Erzgebirgs-Kammweg (Tetschen - Asch).

In Zukunft wird an der neuen Grenzbuche jährlich im August das "Grenzbuchen- und Kirchweihfest" gefeiert. Erstmals geschah dies am 16.8.2008. Ca 200 Gäste aus beiden Teilen Zinnwalds, aus dem Heimatkreis Teplitz und Vertriebene, die hier ihre Heimat verloren hatten, waren gekommen. Eine Gelegenheit um sich näher kennen zu lernen. Gern wurde auch das Angebot genutzt die sonst verschlossene Kirche von Hinterzinnwald zu besichtigen. Es folgte am 22. 8. 2009 das zweite sehr erfolgreiche und mit mehr als 300 Teilnehmern gut besuchte Fest. Für Musik und Unterhaltung war gesorgt. Die Gäste aus Tschechien kamen gern. Meist  sahen sie das Fest als Akt der tschechisch-deutschen Freundschaft und als gutes Zeichen der EU-Grenzöffnungen. Damals und künftig wird sich der "Jugendverband des Klubs tschechischer Touristen" mit engagieren. Dubis (Eichwalds) Bürgermeister Petr Pipal als prominenter Gast ist gern gekommen und  steht dem Projekt sehr positiv gegenüber.

Es ist zu hoffen, dass recht viele unserer Landsleute bei Besuchen im Teplitzer Raum sich einen Abstecher zur neuen Grenzbuche gönnen. Auch zu den jährlichen Festen und den anschließenden Gottesdiensten in der Marienkirche wird man gern kommen. Die „neue“ Grenzbuche ist sehr leicht zu finden. Von deutscher Seite aus fährt man von Altenberg Richtung Zinnwald-Georgenfeld (diese Straße biegt kurz vor dem neuen Grenzübergang links von der E55 ab) und überquert dort den alten Grenzübergang nach Tschechien, wobei man genau an der Grenzbuche vorbei kommt  (linkerhand steht man bereits auf tschechischem Boden). Von Tschechien aus fährt man die Fernstrasse E55 Richtung Cinovec hinauf, bis hinter der Grenzbaude "Pomezi" ein Kreisverkehr kommt. Dort biegt man die erste Ausfahrt nach Zinnwald-Georgenfeld ab (die nächste Ausfahrt der E55 führt zum neuen Grenzübergang Altenberg und ist mit "Dresden" ausgeschildert – diese nicht!) Also die erste Ausfahrt Richtung Grenze herausfahren. Nach etwa 300-400 m kommt man an Vietnam-Läden vorbei und danach zu einem kleinen Parkplatz, wo auch schon die neue Grenzbuche zu sehen ist.
Das nächste Grenzbuchen- und Kirchweihfest ist diesmal am 14.8. 2010. Damit verbunden wird sehr wahrscheinlich am kommenden Tag wieder die Hinterzinnwalder Kirche "Maria Himmelfahrt" für Besichtigungen und für den traditionellen deutsch-tschechischen Gottesdienst geöffnet sein. Sammlungen dienen zur Erhaltung dieser von innen wunderschönen Kirche. Neue Dachrinnen wurden bereits von den deutschen Erzgebirglern angebracht. Der Eichwalder Bürgermeister Petr Pipal versucht Gelder für weitere, sehr nötige Reparaturen zu bekommen – in Zeiten knapper Kassen keine leichte Aufgabe. 


An alle Landsleute aus Teplitz-Schönau und den Orten der Umgebung. An alle Interessierten und Kenner!

In eigener Sache.  Der fünfte Band ist da! - Er kann bestellt werden (auch 1-4).

Verschenken Sie die Büchlein an die Nachfolge-Generation und Sie verschenken liebe Erinnerungen an die Heimat ! 

Vom "Heimatbüchlein von Teplitz-Schönau und Umgebung" ist auch der fünfte Band erschienen. Das freundliche Echo, dass die zahlenmäßig erhebliche Leserschaft den bisherigen Bänden entgegenbrachte, hat mir gezeigt, wie tief verwurzelt wir mit unserer Heimat sind und für alles was dort war, oder jetzt geschieht, offen sind. In diesem Sinne reiht sich ein gut recherchierter Beitrag an den anderen. Diesmal sind im fünften Band besonders viele Abbildungen enthalten, die den Text ergänzen, die Erinnerung unterstützen aber auch neugierig machen. Format und die Konditionen des Bezuges sind gleich geblieben. Nachbestellungen des ersten bis vierten Bandes sind gleichfalls möglich.

Download der Inhaltsverzeichnisse (Bd. 1 bis 4) Hier (23KB)

Download des Inhaltsverzeichnisses (Bd. 5) Hier (11KB)

Fragen zum Bezug dieser kleinen "Erinnerungswerke" werden gern beantwortet.

Wer das Büchlein erwerben möchte, den bitte ich um folgende Kontaktaufnahme:
E-Mail: teplitz@web.de  oder  Tel./Fax (0361)  2 11 23 07